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Nightwish - Endless_Forms_Most_Beautifulhttp://www.blabbermouth.net/news/nightwishs-next-album-to-feature-guest-appearance-by-atheist-writerleader-richard-dawkins/

Die fin­ni­sche Pop-Metal Band »Night­wish« ver­öf­fent­licht am 27. März 2015 mit neu­er Sän­ge­rin ihr neu­es Album. Hören wir mal, ob die musi­ka­li­schen For­men genau­so »höchst schön« sind.

http://en.wikipedia.org/wiki/Endless_Forms_Most_Beautiful_(album)

Für Musi­ker gibt es in der 3-CD-Ver­si­on die gan­ze CD ohne Gesang und in einer orches­tra­len Ver­si­on. Das bie­tet Platz für eige­ne Ergän­zun­gen.

Irgend­wie ist die CD gut 2 Wochen vor dem Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum an gewis­sen Stel­len im Inter­net unter­wegs. Das gefällt natür­lich vie­len Men­schen nicht – vor allem nicht den Künst­lern selbst:

https://www.facebook.com/video.php?v=10153049306464764

http://hasitleaked.com/2014/nightwish-endless-forms-most-beautiful/

Ach ja, das Intro spricht Richard Daw­kins:

The deepest solace lies in under­stan­ding.
This anci­ent unse­en stream.
A shud­der befo­re the beau­ti­ful.

Der tiefs­te Trost liegt im Ver­ste­hen.
Die­ser uralte, unsicht­ba­re Strom.
Ein Erschüt­tern vor der Schön­heit.

Aber damit ist sein Bei­trag nicht zu ende:

»We are going to die, and that makes us the lucky ones. Most peop­le are never going to die becau­se they are never going to be born. The poten­ti­al peop­le who could have been here in my place but who will in fact never see the light of day out­num­ber the sand grains of Saha­ra. Cer­tain­ly tho­se unborn ghosts inclu­de grea­ter poets than Keats, sci­en­tists grea­ter than New­ton. We know this becau­se the set of pos­si­ble peop­le allo­wed by our DNA so mas­si­ve­ly exceeds the set of actu­al peop­le. In the teeth of tho­se stupefy­ing odds it is you and I, in our ordi­na­ri­ness, that are here.«

Wir alle müs­sen ster­ben, das heißt, wir haben Glück gehabt. Die meis­ten Men­schen ster­ben nie, weil sie nie gebo­ren wer­den. Die Män­ner und Frau­en, die es rein theo­re­tisch an mei­ner Statt geben könn­te und die in Wirk­lich­keit nie das Licht der Welt erbli­cken wer­den, sind zahl­rei­cher als die Sand­kör­ner in der Saha­ra. Und unter die­sen unge­bo­re­nen Geist­we­sen sind mit Sicher­heit grö­ße­re Dich­ter als Keats, grö­ße­re Wis­sen­schaft­ler als New­ton. Das wis­sen wir, weil die Men­ge an Men­schen, die aus unse­rer DNA ent­ste­hen könn­ten, bei wei­tem grö­ßer ist als die Men­ge der tat­säch­li­chen Men­schen. Und ent­ge­gen die­ser gewal­ti­gen Unwahr­schein­lich­keit gibt es gera­de Sie und mich in all unse­rer Gewöhn­lich­keit.“

»After slee­ping through a hund­red mil­li­on cen­tu­ries we have final­ly ope­ned our eyes on a sump­tuous pla­net, spar­k­ling with color, boun­ti­ful with life. Wit­hin deca­des we must clo­se our eyes again. Isn’t it a noble, an enligh­te­ned way of spen­ding our brief time in the sun, to work at under­stan­ding the uni­ver­se and how we have come to wake up in it?«

Nach einem Schlaf von vie­len hun­dert Mil­lio­nen Jahr­hun­der­ten schla­gen wir end­lich auf einem Pla­ne­ten des Über­flus­ses die Augen auf, auf einem Pla­ne­ten vol­ler leuch­ten­der Far­ben und über­schäu­men­den Lebens. Und in weni­gen Jahr­zehn­ten müs­sen wir sie wie­der schlie­ßen. Ist es nicht eine edle, erleuch­te­te Art, unse­re kur­ze Zeit unter der Son­ne zu ver­brin­gen, wenn wir zu ver­ste­hen stre­ben, was das Uni­ver­sum ist und wie es kommt, dass wir dar­in erwacht sind?“

https://www.youtube.com/watch?v=IOXMjCnKwb4

»We pri­vi­le­ged few, who won the lotte­ry of birth against all odds, how dare we whine at our ine­vi­ta­ble return to that pri­or sta­te from which the vast majo­ri­ty have never stir­red?«

Wir weni­ge Pri­vi­le­gier­te, die, gegen alle Wider­stän­de, die Lot­te­rie der Geburt gewon­nen haben, wie kön­nen wir es wagen unse­re unaus­weich­li­che Rück­kehr zu die­sem vor­he­ri­gen Sta­di­um zu bewei­nen, von denen die Meis­ten nie auf­ge­bro­chen sind.“

Das ist jedoch von Charles Dar­win:

»The­re is gran­deur in this view of life, with its several powers, having been ori­gi­nal­ly bre­a­thed into a few forms or into one; and that whilst this pla­net has gone cycling on accord­ing to the fixed law of gra­vi­ty, from so simp­le a begin­ning end­less forms most beau­ti­ful and most won­der­ful have been, and are being, evol­ved.«

Es ist wahr­lich etwas Erha­be­nes um die Auf­fas­sung, dass der Keim allen Lebens, das uns umgibt, nur weni­gen oder gar nur einer ein­zi­gen Form ein­ge­haucht wur­de und dass, wäh­rend sich unse­re Erde nach den unab­än­der­li­chen Geset­zen der Schwer­kraft im Krei­se bewegt, aus einem so schlich­ten Anfang eine unend­li­che Zahl der schöns­ten und wun­der­bars­ten For­men ent­stand und noch wei­ter ent­steht.“

Nightwish Dawkins

Auch Carl Sagen erhält sei­ne Ehrung. Die­ses Lied ist nicht auf dem Album ent­hal­ten, aber auf der Sin­gle von Élan:



Wenn ich mal end­gül­tig impo­tent bin wer­de ich Redak­teur, dann kann ich mit mei­nem Gehirn ona­nie­ren:

http://www.spiegel.de/kultur/musik/amtlich-nightwish-engagieren-richard-dawkins-a-998594.html


Da gibt es wohl ein paar Twit­ter-only-Leser, die sich an dem gering­fü­gi­gen pro­sai­schen Bei­trag von Richard Daw­kins stö­ren. Was machen die erst, wenn sie mal die Bibel lesen – den Vati­kan bom­bar­die­ren?

http://www.metal-hammer.de/news/meldungen/article710835/verbrannte-alben-nightwish-ueber-die-krassen-reaktionen-auf-endless-forms-most-beautiful.html

2 Responses to “Endless Forms Most Beautiful”

  1. klafuenf sagt:

    Die Wirk­lich­keit ist schön, und Wis­sen­schaft ent­hüllt sie für uns. War­um soll­ten sich die Men­schen davor fürch­ten? Wer die Schwer­kraft in Fra­ge stellt, kann trotz­dem nicht davon­flie­gen. Aber wir sol­len unge­se­hen an spre­chen­de Schlan­gen, flie­gen­de Pfer­de und einen Mann, der von den Toten auf­er­steht, glau­ben?

    — Troy Donock­ley, Night­wish

  2. klafuenf sagt:

    Hier sein Schluss­wort in einem Kon­zert: https://youtu.be/bUmv8U3Tuhw

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