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Arbeit lässt sich schlecht ver­mei­den,
und sie ist der Mühe Preis.
Jeder muss sich mal ent­schei­den.
Arbeit zeugt noch nicht von Fleiß.

Arbeit muss es qua­si geben.
Denn der Men­sch besteht aus Bauch.
Arbeit ist das hal­be Leben,
und die and­re Hälf­te auch.

Seht euch vor, bevor ihr schuf­tet!
Zieht euch kei­nen Split­ter ein.
Wer behaup­tet, dass Schweiß duf­tet,
ist (ganz objek­tiv) ein Schwein.

Zählt die Arbeit zu den Stra­fen!
Wer nichts braucht, braucht nichts zu tun.
Legt euch mit den Hüh­nern schla­fen.
Wenn es geht: pro Mann ein Huhn.

Man­che geben kei­ne Ruhe,
und sie schuf­ten vol­ler Wut.
Doch ihr Tun ist nur Getue,
und es klei­det sie nicht gut.

Lasst euch auf den Sofas trei­ben!
Gut geträumt ist halb gelacht.
Hän­de sind zum Hän­de­rei­ben.
Sprecht schon mor­gens: »Gute Nacht.«

Lasst die Wecker ruhig ras­seln!
Zeigt dem Krach das Hin­ter­teil.
Lasst die Mora­lis­ten quas­seln.
Bie­tet euch nicht täg­li­ch feil.

Wozu macht ihr Kar­rie­re?
Ist die Erde denn kein Stern?
Tut, als ob stets Sonn­tag wäre,
denn er ist der Tag des Herrn.

Vie­les tun heißt vie­les lei­den.
Lebt, so gut es geht, von Luft.
Arbeit lässt sich schlecht ver­mei­den, -
doch wer schuf­tet, ist ein Schuft!

- Erich Käst­ner

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