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Eingeimpft

Ein Film kann in 90 Minuten mehr Unsicherheit schaffen, als eine Webseite und die weltweite Wissenschaftsgemeinschaft auszuräumen vermögen.

Wir nehmen die Herausforderung an.

(eingeimpft.de)

Hunderttausende Probanden gegen die Recherche eines Fachfremden

(https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-08/impfgegner-dokumentation-eingeimpft-wissenschaft-kritik)

Besser eingeimpft als ausgemendelt!

(klafünf, 2018)


Worum geht es?

„eingeimpft – Familie mit Nebenwirkungen“ – Ein Buch und ein Film, beide vom Filmemacher und Regisseur David Sieveking. Beide erscheinen in Kürze, das Buch wird diese Woche in den Buchhandlungen erhältlich sein.

Dieser Film ist anders als „Vaxxed – Die schockierende Wahrheit“ kein Film, der mit lauter Holzhammerdramaturgie und pompösen Behauptungen arbeitet und mit viel zu viel Inhalt keine klare Argumentation aufbaut.

Dieser Film ist anders als der Ludwigshafen-Tatort „Der glückliche Tod“, in dem ein miserables Drehbuch, nichtvorhandene Dramaturgie und Spannung, die Themenvorgabe „Sterbehilfe ablehnen“ so schlecht darstellen, dass entweder gar nichts oder das Gegenteil beim sich-bevormundet-fühlenden Zuschauer ankommt.

Nein, dieser Film hat in seiner Methode Ähnlichkeiten mit dem rundum gelungenen Film „The End of Meat“. Es wird mit kleinen, persönlichen Geschichten und klaren Fakten unaufdringlich argumentiert und niemand abgeschreckt.

„eingeimpft“, der Film des erfahrenen Filmemachers David Sieveking, der schon mit „David wants to fly“ und „Vergiss mein nicht zeigte, wie man äußerst subtil arbeiten kann, ist genau deshalb dazu geeignet so tiefe Zweifel zu säen, dass eine ernsthafte Gefahr der Manipulation gegeben ist.


Warum ist das wichtig?

Die Psychologin Cornelia Betsch , die u.a. zu Risikowahrnehmung und -kommunikation am Beispiel der Impfentscheidung forscht und seit 2017 an der Universität Erfurd eine Professur für Gesundheitskommunikation hat, beurteilt diesen Film äußerst kritisch:

Rausgepickt sind einzelne Wissenschaftler, die mit ihrer Meinung gegen den Konsens gehen, die gesamte Beweislage wird dann aber nicht angeschaut. So beantworte ich keine Fragen, so arbeiten Verschwörungstheoretiker.“

„ZEIT ONLINE: Die Impfquoten in Deutschland sind im Durchschnitt gar nicht mal schlecht – nicht ausreichend, aber eben auch nicht katastrophal. Reden wir hier also nicht eigentlich von einer sehr kleinen Gruppe, die sich mit Impfungen schwer tut?

Betsch: Das ist auch so ein Phänomen: Es werden anlässlich des Films wieder Debatten stattfinden, in denen ein Impfzweifler einem Befürworter gegenübersitzt, was suggeriert, das Verhältnis wäre 50:50. Das verunsichert den Zuschauer…“

„Das gezeigte Paar im Film aber will alles selbst erfahren. Am Anfang geht es um Tetanus. „Lassen wir lieber“, heißt es. Dann hat das Kind jedoch eine Wunde und sie sagen: „Besser impfen wir doch.“ Die Impfung gegen Masern verweigern sie, bis es einen Ausbruch in Berlin gibt. So geht es weiter. Dass das Vertrauen in die Organisationen so gering ist und man meint, man müsse die Suche alleine machen, ist besonders traurig.

Die Stiko [ständige Impfkommission] und andere Gremien haben sich ja schließlich schon mal um all ihre Fragen gekümmert; viel ausgewogener und besser, als die Protagonisten es können. Das ist Kunst, was Herr Sieveking gemacht hat, kein wissenschaftlicher Informationsfilm.“

„ZEIT ONLINE: Wie hätte der Dokumentarfilm mit dem Thema umgehen sollen?

Betsch: Wovon Wissenschaftler so träumen: filmgewordene, systematische Reviews, die interessant aufbereitet sind. Nehmen wir mal Masern und Autismus. Hier ist mittlerweile weitgehend auch unter Laien bekannt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Trotzdem gibt es Studien, die einen positiven Zusammenhang zeigen. Wie das sein kann, könnte so ein Film mal erklären. Aus statistischen Gründen wird es immer mal seltene Ausreißer-Studien mit einem positiven oder negativen Effekt geben. Die allermeisten Studien zeigen aber keinen Zusammenhang, und wenn man alles zusammennimmt, ist der Effekt gleich Null.“

Die Buchrezension von Natalie Grams (GWUP, gbs) ist ebenfalls lesenswert:

„Einzelne Meinungen und Einschätzungen, wie die seiner Partnerin (einer bekannten Film-Musikkomponistin, die auch die Musik zum zugehörigen Film geschrieben hat), der Hebamme, der anthroposophischen Kinderärztin, eines Paul-Ehrlich-Instituts-„Aussteigers“, eines einzelnen Forschers in Afrika, über dessen Hypothesen die Wissenschaftsgemeinschaft gerade erst die Diskussion beginnt, zählen für Vater Sieveking mehr als der anerkannte Stand der Wissenschaft. So sät das Buch gewollt oder ungewollt Zweifel an Impfungen und idealisiert ein verzerrtes Konzept des individuellen Impfens jenseits des wissenschaftlichen Evidenzbegriffs. Mehr oder weniger folgerichtig entscheidet das Paar sich dann auch für eine bis drei unterschiedliche Impfungen mit Lebendimpfstoff für die beiden Töchter.“

„Da ich auch den Film vorab sehen konnte (der Mitte September in den deutschen Kinos anläuft), kann ich sagen, dass mir das Buch konzeptionell durchaus besser gefallen hat. Es kommt mit einer sympathischen Leseransprache daher und ist aus dem Elternalltag heraus geschrieben, es geht mehr ins Detail, berichtet genauer und in weiten Teilen auch gut verständlich und richtig. Doch der Subtext bleibt: Besser man verlässt sich auf sein Gefühl. Wer weiß denn schon, ob man den anerkannten Experten und der Studienlage vertrauen kann? Und ist es nicht insgesamt besser, ein Freidenker (im geschützten „Biotop“ Berlin Kreuzberg) zu sein, als sich vernünftiges Handeln von der Wissenschaftsgemeinschaft „einimpfen“ zu lassen? Letztlich bleibt das Buch ein Zeugnis westlichen Überlegenheitsgefühls, eines „Uns-geht’s-zu-gut“-Wohlstandsmaden-Gehabes, das angesichts des Blicks in weniger glückliche Weltgegenden wie Afrika oder Indien beschämen muss.“

Hier die Filmrezension von Natalie Grams bei Spektrum.de:


Und wer noch mehr Inhaltsvolles lesen möchte, bevor er [Bitte, bitte] mit Aufklärungsaktionen an seine regionale Öffentlichkeit gehen möchte, dem darf ich diese Quellen ans Herz legen:

Siehe auch: https://www.impfen-mit-vernunft.eu/infos-%C3%BCber-impfungen/wo-kann-ich-eine-schwere-nebenwirkung-oder-einen-impfschaden-melden/


Was kann/soll ich tun?

1. Mich informieren:

und natürlich bei all den Querverweisen zuvor.

2. Mitmachen!

Zum Beispiel mit lokalen Info-Ständen, an Orten an denen dieser Film läuft.

Im Besonderen würden wir uns freuen, wenn dies zuvorderst in den Städten mit Vorpremieren und Premieren erfolgen würde. Köln, Berlin, München, Frankfurt.

Vernetzungsmöglichkeiten sind die Regionalgruppen dieser Organisationen:

3. Wer sind wir?

Materialien: FLYER

Information-Flyer können beim Büro der GWUP von Martin Mahner, mahner@gwup.org erbeten werden. Man freut sich auch bei diesem ehrenämtlichen Verein über eine Spende.

Den Flyer kann man sich hier ansehen: https://eingeimpft.de/wp-content/uploads/Flyer.pdf

Ich würde mich sehr freuen, wenn es in Köln, Berlin und München in der Woche vom 10.-13. September 2018 Aktionen gibt zu den Vorpremieren/Premieren aufklärerisch aktiv zu sein. Informationen zu den konkreten Orten der Vorpremieren/Premieren sind noch schwierig zu recherchieren und liefere ich in den nächsten Tagen nach.

 

Mit säkular-aufklärerischen Grüßen,

Stefan (gbs Rhein-Neckar, March for Science Heidelberg, substanz.info, mybrainmychoice.de)

19 Responses to “Eingeimpft”

  1. klafuenf sagt:

    Hier die Liste der Premieren und ersten Aufführungen mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur David Sieveking:

    Mo. 10.09., 20.45 Uhr, Köln (Premiere), Cinenova
    Di. 11.09., 20.30 Uhr, Frankfurt (Premiere), Cinema
    Mi. 12.09., 19.30 Uhr, Berlin (Premiere), FAF (Filmtheater am Friedrichshain)
    Do. 13.09., 20.00 Uhr, München, Rio
    Fr. 14.09., 20.00 Uhr, Hamburg, Abaton
    Sa. 15.09., 18.00 Uhr, Dresden, Kino im Dach
    Sa. 15.09., 20.00 Uhr, Dresden, Schauburg
    So. 16.09., 13.00 Uhr, Leipzig, Passage
    So. 16.09., 16.00 Uhr, Gera, Metropol
    Mi. 19.09., 20:30 Uhr, Potsdam, Thalia
    Sa. 22.09., 17:45 Uhr, Darmstadt, Rex-Lichtspieltheater
    Sa. 22.09., 21:00 Uhr, Heidelberg, Gloria
    So. 23.09., 13.00 Uhr, Stuttgart, Atelier im Bollwerk
    So. 23.09., 17:00 Uhr, Freiburg, Friedrichsbau
    So. 23.09., 20:00 Uhr, Karlsruhe Schauburg

    Die meisten konnten den Film vermutlich noch nicht sehen. Ich kann euch aber versichern, dass der Film das Potential hat, die Impfskepsis wieder anzufachen. Meiner Meinung nach darf man den Film nicht ohne Aufklärungsmaßnahme durchgehen lassen. Das schreit nach unserem Widerspruch!

  2. klafuenf sagt:

    Sogar die Kinoinformation verweist auf die Kritik: https://www.programmkino.de/content/links.php?id=4230

  3. klafuenf sagt:

    Das Thema ist nicht kontrovers! Es geht um Meinung gegen Fakten. Das ist keine Kontroverse, das ist Theater.

  4. klafuenf sagt:

    Der Film unterstützt in keinster Weise eine korrekte Diskussion, weil er Einzelmeinungen von x-beliebigen Menschen mit der fundierten Information des RKI, der Stiko und zig weltweiter Organisationen als gleichwertig darstellt. https://eingeimpft.de
    Verwalten

  5. klafuenf sagt:

    Diese Kritik hat auch eine tolle Dramaturgie, die zart den Hammer rausholt: https://www.epd-film.de/filmkritiken/eingeimpft

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