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Kalikolikentag_2016Während sich in den öffentlich-entrechteten Medien und dem käuflichen Privatfunk die Berichterstattung über den diesjährigen Katholikentag wie üblich auf lobhudelnden Klatsch beschränkt, gibt es auch von gläubigen Plattformen Stimmen, die der Realität näher kommen.

Es findet sich sowohl die Information, dass man mit ca. der 3-fachen Anzahl an Besuchern gerechnet hat, als auch die Auflistung, der ca. 4,5 Mio € (45,5 %) die aus Steuergeldern für diese Esoterikmesse geflossen sind. Dabei ist es sogar eine erschreckend schmalspurige Esoterikmesse, weil nur ein Heilsweg vorgestellt wird. Und für den gibt es noch nicht einmal valide Studien (geschweige denn doppelblind)*.

Und das auch noch in einer Stadt, die fast 700 Mio. € Schulden hat. Und so ist mancher Dorn zwischen den betäubenden Rosen der Verkündigungspresse zu finden. Aber auch der wird geflissentlich ignoriert. Denn den Seinen gibts der HErr vom Staat.


Finanzierung

  • 45,5 % = 4,5 Mio € durch die öffentliche Hand
  • 21,2 % = 2,1 Mio € durch die Landeskirchen
  • 30,3 % = 3,0 Mio € Umsatz und Betteln
  •    3,0 % = 0,3 Mio € Kleinquellen

Bemerkenswert. Liest sich wie bei einem mehrtätigen Musikfestival. Recherche-Hausaufgabe: Werden Wacken o.ä. durch die öffentliche Hand bezuschusst?

Und: Warum können mehrtätige Musikfestivals wie Wacken o.ä. sich durch die Erlöse tragen, eine Esoterikmesse der beiden christlichen Kirchen aber nicht? Andere Esoterikmessen können das jedenfalls.


Kirchentage bringen kein Geld für Gemeinden


Alternativprogramme

Für Menschen, die Asyl vor dem Kirchentag suchen:


Tagebuch einer Ungläubigen

Säkulare Tage Leipzig 2016Dem Katholikentag in Leipzig fehlen die Besucher, während der Protest gegen das christliche Großevent immer lauter wird. In ihrem Katholikentags-Tagebuch, das beim humanistischen Pressedienst (hpd.de) veröffentlicht wird, berichtet die Philosophin, Theologin und Germanistin Daniela Wakonigg von ihren Erlebnissen bei Veranstaltungen vom und gegen den Katholikentag.

Mimimimimi


Abstimmung

Katholikentag 2016-05-28


Dort, wo Steuergelder übrig sind,
fühlt es sich wohl, das Katholikenkind.
Es hält die Hand auf, besser beide Hände,
damit des Geldes Segen sich nicht von ihm wende.
An Gott zu glauben wär‘ im Grunde kostenlos,
doch die Verlockung nach Profit ist viel zu groß,
als dass Katholen dieses übersehen
und ohne Steuergelder heimwärts gehen.
Schon seit hunderten von Gottesglaubensjahren
vollziehen sie dies Raff-Gebaren.
Geld und Reichtum geh’n konform mit Offenbarung!
Das lehrt sie die Erfahrung.
Ihre Feiern selbst zu zahlen, das liegt fern.
Und der Staat? Der unterstützt sie gern!
Es sind nicht seine Gelder, die er zum Fenster wirft und ungeniert
als Present dem Klerus offeriert!

Kai Krause


Gott ist gütig, Gott ist klasse,
aber leider knapp bei Kasse.
Doch die Kirchen haben Geld,
und das weiß die ganze Welt.
Deshalb, lieber Vater Staat,
gib kein Geld dem Sündikat.

Wolfgang Klosterhalfen


Nachlese

Während die Schafe wieder bei den angestammten Hirten untergeschlüpft sind, sammelt die Herde der Selbstdenker ihre Referenzen und freut sich, dass wieder ein paar Menschen mehr aufgeklärt worden konnten.

http://gbs-le.de/meldung/mediales-echo-zum-katholikentag-2016


* Es gibt tatsächlich eine wissenschaftlich korrekte Doppelblindstudie zu der Frage, ob Gebete helfen: STEP (Study of the Therapeutic Effects of Intercessory Prayer (Studie zum therapeutischen Einfluss fürsprechenden Betens)

Die Studie ergab keinen positiven Effekt. Bei einigen Patienten der Testgruppe, die wussten, dass für sie gebetet wurde gab es sogar einen negativen (= höhere Komplikationen) Effekt.

11 Responses to “Katholikentag 2016 · der andere Blick”

  1. klafuenf sagt:

    http://www.welt.de/regionales/sachsen/article155790129/Katholikentag-hat-Diaspora-relativiert.html

    Ach ja, hat man sich mal wieder alles schön geredet. Nur 1/3 der usprünglich erwarteten Gäste sind gekommen. Die Abstimmung bei der Leipziger Volkszeitung ist kellertief schlecht. Alles egal, Hauptsache 45,5 % vom Staat finanziert bekommen. Und das in einer Stadt die fast 700 Mio. Schulden hat. Den Seinen gibts der HErr vom Staat.

  2. klafuenf sagt:

    http://www.deutschlandradiokultur.de/kommentar-zum-katholikentag-in-leipzig-chance-verpasst.2165.de.html?dram%3Aarticle_id=355499

    Die Titel „Ich glaub‘ nichts, mir fehlt nichts“ oder „Brauchen Werte Religion?“ lassen mich ahnen, dass bei den Katholibans angekommen ist, dass es Menschen gibt, die diesen Esoterikclub nicht nur ablehnen, sondern auch gar keinen anderen Esoterikclub brauchen.

    Siehe auch: http://lachsdressur.de/wissenschaft-kann-moralische-antworten-geben/

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