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GiordanoBrunoStiftung-LogoDie Leip­zi­ger Regio­nal­grup­pe der Gior­da­no-Bru­no-Stif­tung (gbs Leip­zig) kri­ti­siert Katho­li­ken­tag und Uni­ver­si­tät für die gest­ri­ge Schein­de­bat­te über das Pau­li­num.

Am Sams­tag fand in der Niko­lai­kir­che eine Podi­ums­dis­kus­si­on zum Pau­li­num statt: „Pau­li­num: Kir­che als Aula – Aula als Kir­che. Die Leip­zi­ger Uni­ver­si­täts­kir­che als Ort für Reli­gi­on und Wis­sen­schaft?“. Das The­ma sorgt seit vie­len Jah­ren für hit­zi­ge Debat­ten in Leip­zig und wäre eine Gele­gen­heit für einen ehr­li­chen Dia­log gewe­sen. Die­sen hat­te sich das Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken (ZdK) für sein „Jubi­lä­um in der Dia­spora“ auf die Fah­nen geschrie­ben. Die Rei­he „Leben mit und ohne Gott“ soll­te durch kos­ten­lo­se Ver­an­stal­tun­gen das Gespräch mit den Leip­zi­gern, und ins­be­son­de­re auch mit den kir­chen­fer­nen Bür­gern ermög­li­chen.

Statt­des­sen ent­schei­det der Katho­li­ken­tag, aus­ge­rech­net die­se Ver­an­stal­tung nicht für die All­ge­mein­heit zu öff­nen. Rat­los, ent­täuscht und wütend ste­hen die Leip­zi­ger vor der Niko­lai­kir­che, die stets wirbt „Offen für alle“. Vor den Türen des ohne­hin nicht gera­de neu­tra­len Ver­an­stal­tungs­or­tes wur­de den Leip­zi­gern erklärt, sie müss­ten sich für 27,- EUR ein Tages­ti­cket kau­fen. Die Ankün­di­gun­gen der Uni­ver­si­tät und der Lokal­pres­se hat­ten hin­ge­gen den Ein­druck erweckt, es han­de­le sich um eine für die Öffent­lich­keit zugäng­li­che und kos­ten­lo­se Ver­an­stal­tung.

Jana Stein­haus, Vor­stands­spre­che­rin der gbs Leip­zig, meint: „Hier zeig­te sich den Leip­zi­gern das wah­re Gesicht des Katho­li­ken­ta­ges. Es ist zyni­sch und anma­ßend, dass der Katho­li­ken­tag einen Leip­zi­ger Brenn­punkt auf­greift und ihn unter Aus­schluss der Leip­zi­ger dis­ku­tiert!“

Für Kopf­schüt­teln sorg­te auch, dass auf dem Podi­um neben der Rek­to­rin der Uni­ver­si­tät nur Befür­wor­ter der kirch­li­chen Nut­zung des Pau­li­nums saßen: der Archi­tekt des Pau­li­nums Erick van Eger­aat; der Uni­ver­si­täts­pre­di­ger Peter Zim­mer­ling; Ulrich Stötz­ner, der Vor­sit­zen­de des Pau­li­ner­ver­eins, also jener Lob­by­grup­pe, die sich mas­siv in das Selbst­be­stim­mungs­recht der Uni­ver­si­tät ein­mischt und dafür sorg­te, dass mit Hoch­schul­gel­dern de fac­to eine Kir­che gebaut wur­de; sowie Hans Joa­chim Mey­er, der als dama­li­ger säch­si­scher Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst die­ses ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unter­fan­gen unter­stütz­te.

Kri­tik ver­dient aber auch die Teil­nah­me von Prof. Dr. Bea­te A. Schü­cking, der Rek­to­rin der Uni­ver­si­tät. Ihr mus­s­te bekannt sein, dass der Pau­li­ner­ver­ein mit der „BI pro Uni“, einer in Leip­zig breit auf­ge­stell­ten Bür­ger­initia­ti­ve für eine welt­of­fe­ne und neu­tra­le Uni­ver­si­tät, einen Gegen­spie­ler besitzt. Auch die Stu­die­ren­den­schaft der Uni­ver­si­tät äußer­te sich immer wie­der kri­ti­sch gegen­über den wei­ten Zuge­ständ­nis­sen im Zusam­men­hang mit der Kir­chen­funk­ti­on des Pau­li­nums. Jana Stein­haus: „Ent­we­der hat Frau Schü­cking nicht dafür gesorgt, dass auch Geg­ner ein­ge­la­den wer­den – oder sie hat sich vom Katho­li­ken­tag sehen­den Auges instru­men­ta­li­sie­ren las­sen.“

Wer wir sind

Die Gior­da­no-Bru­no-Stif­tung ist eine Denk­fa­brik für Huma­nis­mus und Auf­klä­rung, die sich am Leit­bild des evo­lu­tio­nä­ren Huma­nis­mus ori­en­tiert und der sich vie­le renom­mier­te Wis­sen­schaft­ler, Phi­lo­so­phen und Künst­ler ange­schlos­sen haben. Aktu­ell unter­stüt­zen bereits mehr als 6500 För­der­mit­glie­der die Anlie­gen der Gior­da­no-Bru­no-Stif­tung. Die Leip­zi­ger Regio­nal­grup­pe gibt den säku­la­ren Huma­nis­ten, Kon­fes­si­ons­frei­en und Athe­is­ten in Leip­zig eine Stim­me und befin­det sich in der Pha­se der Ver­eins­grün­dung.

Kon­takt

Jana Stein­haus
Tel. 0177 650 91 64
E-Mail: vorstand@gbs-le.de
gbs-le.de

giordano-bruno-stiftung.de

One Response to “Katholikentag diskutiert Leipziger Belange – und lässt die Leipziger vor der Tür”

  1. […] Der katho­li­sche Kir­chen­tag 2016 stell­te sich auch dies­mal den nicht erfüll­ten Anspruch nach Dia­log. (sie­he: Katho­li­ken­tag: hohl, kon­flikt­scheu und har­mo­nie­süch­tig, Katho­li­ken­tag dis­ku­tiert Leip­zi­ger Belan­ge – und lässt die Leip­zi­ger vor der Tür) […]

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