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Luther-Logo_1543Neue Luther-Bro­schü­re erschie­nen

Rund 250 Mil­lio­nen Euro aus all­ge­mei­nen Steu­er­gel­dern bringt die öffent­li­che Hand für die „Luther-Deka­de“ auf. Der 500. Jah­res­tag sei­nes angeb­li­chen „The­sen­an­schlags“ soll sogar als bun­des­wei­ter Fei­er­tag began­gen wer­den. Aber war Mar­tin Luther wirk­lich ein Mann, den man fei­ern soll­te? Gewiss: Er hat der katho­li­schen Kir­che die Stirn gebo­ten und eine Grund­la­ge für eine gemein­sa­me Spra­che geschaf­fen, jedoch war Luther zugleich einer der größ­ten Hass­pre­di­ger, die das Chris­ten­tum her­vor­ge­bracht hat.

Ins­be­son­de­re sei­ne Aver­si­on gegen die Juden kann­te kei­ne Gren­zen. Und so wur­de Mar­tin Luther zu einem der wirk­mäch­tigs­ten Ver­tre­ter des Juden­has­ses in der lan­gen Geschich­te des christ­li­chen Antisemitismus/Antijudaismus von Gol­ga­tha bis Ausch­witz.

Luther-Deka­de, Luther-Jahr, Luther-Ora­to­ri­um, Luther-Musi­cal, Luther-Brot, Luther-Bier, Luther-Bon­bon, Luther-Lut­scher, -Socken, -Küs­se und -Play­mo­bil­fi­gu­ren… Ganz Deutsch­land ist im „Luther-Fie­ber“ – zumin­dest erhofft sich das die Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land (EKD). Laut ZDF-Ran­king (2003) ist Mar­tin Luther der „zweit­größ­te Deut­sche“ und hät­te nach Mei­nung vie­ler Pro­tes­tan­ten eigent­lich Platz 1 ver­dient. Inzwi­schen räu­men evan­ge­li­sche Theo­lo­gen zwar ein, dass es bei Luther „dunk­le Fle­cken“ und „beschä­men­de Aus­sa­gen“ gebe, doch die Beschäf­ti­gung damit soll „Fach­krei­sen“ vor­be­hal­ten blei­ben. Das öffent­li­che Bild des Refor­ma­tors soll mög­lichst nicht beschä­digt wer­den.

Seit Ende des 2. Welt­kriegs ver­su­chen Theo­lo­gen, Luthers Rol­le in der Geschich­te des Anti­se­mi­tis­mus klein­zu­re­den. So wird häu­fig auf sei­ne frü­he Schrift „Dass Jesus Chris­tus als Jude gebo­ren wur­de“ (1523) ver­wie­sen, die jedoch zu Unrecht als „juden­freund­lich“ gilt. Zwar schrieb Luther dar­in: „Ich hof­fe, dass, wenn man die Juden freund­lich behan­delt, recht vie­le von ihnen Chris­ten wer­den“. Doch die­se halb­her­zi­ge Dul­dung galt nur „Bis ich sehe, was ich bewirkt habe“.

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