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Streisand-Effekt

»Ver­bo­te machen Din­ge erst rich­tig inter­es­sant« ist ein uralter Lehr­satz, der die Grund­la­ge des Strei­sand-Effek­tes sein dürf­te.

»Glau­be kei­nem Gerücht, bevor es nicht demen­tiert wur­de« ist eine ande­re Aus­prä­gung die­ses Effek­tes.

Im Grun­de genom­men fußt der Strei­sand-Effekt dar­in, dass ver­bo­te­ne und unbe­kann­te Din­ge beson­ders reiz­voll sind. Eine Eigen­schaft, die vor ca. 130.000 Jah­ren half, dass die Mensch­heit nicht ganz aus­starb. Die neu­gie­rigs­ten und regel­brü­chigs­ten Vor­fah­ren konn­ten noch etwas zu essen fin­den und haben über­lebt.

Auch gibt es Fol­gen­des: Am Ende von Reden wer­den, nach dem »Vor­wär­men« übli­cher­wei­se die unan­ge­neh­men Din­ge gesagt. Und oft in umge­dreh­ter Form. Wenn es also auf einer Betriebs­ver­samm­lung aus dem Mund von Vor­ge­setz­ten lau­tet »über Per­so­nal­fra­gen haben wir noch nicht nach­ge­dacht«, dann wird es Ent­las­sun­gen geben.


Aus aktu­el­lem Anlass, mei­ne Auf­for­de­rung zum Strei­sand-Effekt:

Publikationsfreiheit

Das The­ma „Ter­ror in Paris“ bleibt beim Köl­ner Kar­ne­val tabu. Das Fest­ko­mi­tee Köl­ner Kar­ne­val hat­te zunächst einen Wagen ent­wor­fen, der einen Köl­ner Jeck mit einem Stift in der Hand zeigt. Er stellt sich einem Ter­ro­ris­ten ent­ge­gen, der mit Spreng­stoff­gür­tel und Waf­fe in der Hand auf sein Gegen­über zielt. Der Stift ver­stopft den Lauf und zu allem Über­fluss pin­kelt der Comic-Hund Ide­fix dem Atten­tä­ter auch noch ans Bein. Am Mitt­woch­abend dann die Kehrt­wen­de: Wegen Sicher­heits­be­den­ken, wie es zunächst hieß, fah­re der Wagen nicht mit. Die Orga­ni­sa­to­ren teil­ten spä­ter mit: „Einen Per­si­fla­ge­wa­gen, der die Frei­heit und leich­te Art des Kar­ne­vals ein­schränkt, möch­ten wir nicht.“Es gab viel Kri­tik an die­ser Ent­schei­dung, allen vor­an beschwer­ten sich die Kar­ne­va­lis­ten selbst via Face­book. Der WDR zitiert den Wagen­bau­er Jac­ques Til­ly mit den Wor­ten: „Wir müs­sen nur auf­pas­sen, dass wir nicht alle Selbst­mord aus Angst vor dem Tod bege­hen.“ Kaba­ret­tist Die­ter Nuhr erklär­te, er fin­de die Ent­schei­dung „lächer­lich“ und hal­te sie für eine „Form von vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam“. Sogar Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas pro­tes­tier­te via Twit­ter: „Aus Angst auf Mei­nungs­frei­heit ver­zich­ten, ist genau fal­sche Reak­ti­on auf Ter­ror.“

Schwanzlose Arschkriecher 0

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