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Brennendes Wasser

Der Bellandur See in Bangalore

Es mag faszinierend aussehen, aber dieser See ist alles anderes als hübsch. Was man dort sieht ist Wasser, das hohe Mengen an Ammoniak und Phosphat enthält und kaum Sauerstoff; so kann sich ein giftiger Schaum bilden. Zusammen mit Ölen, Fette und Reinigungsmitteln kann sich der Schaum sogar entzünden.

Der Schaum bildet sich auf dem 36 Kilometer breiten Bellandur See in Bangalore und fließt dann in einen Kanal ab. Es wird angenommen, dass der Schaum durch Schadstoffe entsteht, die seit Jahrzehnten in den See eingebracht werden. Wenn es regnet tritt der Fluss über die Ufer und dringt in die angrenzenden Flächen und Straßen ein. Und natürlich stinkt es gewaltig.

Nur kleine Teile des Schaums geraten tatsächlich in Flammen. Dabei ist nicht ganz klar, wie es überhaupt geschieht. Chemische Reaktionen könnten zu Schwelbränden im Schaum führen, während sichtbare Flammen durch Methangas-Ansammlungen entstehen könnten.

Der Wind nimmt den Schau mit sich und verteilt ihn in der nahen Stadt, was erhebliche Probleme bereitet. Die genauen Gesundheitsgefahren sind nicht bekannt, man darf jedoch davon ausgehen, dass diese Mischung aus Wasser, Chemikalien und Abwasser keineswegs harmlos ist.

Bereits seit dem Jahr 2000 gibt es Eingaben an die Behörden sich des Problems anzunehmen, aber bisher ohne Erfolg. Im Juni 2015 berichtete die LA Times dass Bangalore an illegaler Bautätigkeit, unkontrollierter Abfallentsorgung, behördlicher Misswirtschaft und Müllbergen erstickt.

Eine ähnlich verschmutzter Fluss war in den 1960er Jahren der Cuyahoga River in Cleveland, Ohio in den USA, von dem man sagt, dass er die Umweltschutz-Bewegung auslöste. Möglicherweise wird das auch in Indien geschehen.

Dieser Text ist angelehnt an das englischsprachige Original der Website »I fucking love science«



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